Welche Sitzpolster eignen sich am Klavier?

Es lohnt sich, das Sitzpolster für Klavierbänke sorgsam auszusuchen. Stoff oder Leder stechen als optisches Element natürlich als Erstes ins Auge. Doch bedenken Sie, dass Sitzkomfort auf Dauer wichtiger ist. Überdies gibt es mittlerweile endlose Kombinationsmöglichkeiten sowohl bei Stoffen als auch bei Lederpolstern.

 

Stoff oder Leder? – Sitzpolster für jeden Geschmack

Die Auswahl der Sitzpolster für Klavierbänke ist atemberaubend. Sie reicht von Velours über Cord und Microfaser bis zum Kunstleder. Am oberen Ende der Preisskala finden sich Bezüge aus Samt, Plüsch und echtem Leder.

 
Es gibt Befürworter sowohl für Stoff als auch für Leder. Wir haben für Sie die wichtigsten Argumente zusammengestellt.
 
Was spricht für Stoff?
1. Er ist atmungsaktiv. Der Spieler gerät auch nach längerem Üben nicht so leicht ins Schwitzen.
2. Er wird in vielen unterschiedlichen Qualitäten angeboten.
3. Es gibt viele günstige Bezugsvarianten.
 
Was spricht gegen Stoff?
1. Der Spieler hinterlässt Abdrücke, die wieder glatt gestrichen werden müssen.
2. Stoff zieht Staub an.
3. Ein kurzfristiges Verschieben der Sitzposition beim Spielen ist schwierig.
 
Was spricht für Kunstleder (auch Skai oder Vinyl oder Textilleder genannt)?
1. Es gilt als robust und kann problemlos gereinigt werden.
2. Ideal in Haushalten mit Tieren oder Kleinkindern.
3. Es ist preiswert.
 
Was spricht gegen Kunstleder?
1. Abhängig von der Qualität fehlt die Atmungsaktivität.
2. Nicht alle Kunstlederbezüge sind perforiert.
3. Bei glattem Leder kann es zu ungewollten Verschiebungen der Sitzposition kommen.
 
Was spricht für echtes Leder?
1. Es ist extrem haltbar.
2. Im Laufe der Zeit entwickelt es eine schöne Patina.
3. Es wirkt sehr edel.
 
Was spricht gegen echtes Leder?
1. Es ist empfindlich.
2. Es ist aufwendig zu pflegen (spezielle Lederpflegemittel empfohlen).
3. Es ist sehr teuer, daher nur im Hochpreisbereich zu finden.
 
Mancher Hersteller von Klavierbänken setzt heute auf ECO-Kunstledersitze. Das Produkt wird aus Baumwolle gefertigt und ähnelt natürlichem Leder verblüffend. ECO-Kunststoffleder ist atmungsaktiv und preisgünstig.

 

Heftpolster oder eingelegter Sitz? – Auf das Empfinden kommt es an

Ein Heftpolster umschließt den Sitzrahmen komplett, während ein eingelegter Sitz Sitzpolster am Klavier Teile des Holzrahmens freilässt. Wie immer sollte auch hier die Frage nach dem Sitzkomfort an oberster Stelle stehen. Der wird von verschiedenen Spielern durchaus unterschiedlich wahrgenommen. Allen gemein ist jedoch der Wunsch nach einer möglichst harten Sitzauflage, um während des Spielens nicht auf einer zu weichen Sitzfläche einzusacken. Ein zu weiches Sitzpolster führt dazu, dass der Spieler seine Sitzposition mit Muskelkraft immer wieder ausgleicht. Ein entspanntes Spielen ist so kaum möglich.
 
Heftpolster – Holzkante verdeckt
Es gibt Klavierspieler, die eine durchgehende Sitzfläche bevorzugen. Die Gründe dafür geben sie wie folgt an:
 

    • Der Holzrahmen drückt an den Oberschenkeln, wenn ich täglich mehrere Stunden spiele.
    • Die durchgehende Sitzfläche ermüdet mich weniger.
    • Wenn ich über mehrere Oktaven greife, fühle ich mich durch ein Heftpolster besser unterstützt, weil ich mein Gewicht leichter verlagern kann.
    • Konzertbänke sind fast immer mit Heftpolstern ausgestattet. So erspare ich mir die Umgewöhnung.

 
Soweit die rationalen Gründe. Selbstverständlich spielt der persönliche Geschmack auch immer eine Rolle, wenn es auch nicht die wichtigste sein sollte. So passt vor einen Flügel in einem geräumigen Wohnzimmer oder einem eigenen Musikzimmer eine Konzertbank möglicherweise besser als ein anderes Sitzpolster. Während in Musikschulen vermutlich auf hydraulisch höhenverstellbare Stühle gesetzt wird, um ein schnelles Anpassen an unterschiedlich Körpergrößen der Schüler sicherzustellen. Diese Klavierbänke sind immer mit Heftpolstern ausgestattet.
 
Nicht unerwähnt lassen wollen wir eine Besonderheit bei Leder- bzw. Kunstledersitzen. Diese können mit glatter Oberfläche oder gesteppt geliefert werden. Es gibt Pianisten, die auf gesteppte Ledersitze schwören. Zum einen geraten Sie auf derartigen Bezügen nicht so leicht ins Rutschen, zum anderen sorgt der Bezug für ausreichende Belüftung, sodass es nicht zum Schwitzen kommt.

 

Eingelegter Sitz – Holzkante sichtbar
Ein eingelegter Sitz kann mit einfachen Handgriffen aus dem Sitzrahmen herausgenommen und leicht ausgetauscht werden. Das Angebot an eingelegten Sitzpolstern ist für die meisten Klavierbänke mannigfaltig. Grundsätzlich verkörpert dieses Sitzpolster den absoluten Klavierbankklassiker. Er ist in vielen Haushalten zu finden und wird in großen Stückzahlen angeboten – im Internet ebenso wie in stationären Fachgeschäften.
 

Langes oder kurzes Sitzen? – Ergonomie am Klavier

Je länger Sie täglich vor Ihrem Instrument sitzen, umso mehr empfehlen wir Ihnen einen ergonomischen Sitz. Die meisten so ausgestatteten Klavierbänke weisen am hinteren Teil des Sitzes eine Erhebung auf, die die Lendenwirbelsäule entlastet. Dadurch vermeiden sie eine Ermüdung des Rückens.
 

Grundsätzlich gilt: Bewegung ist Trumpf. Je mehr ihre Rückenmuskeln beim Spielen in Bewegung sind, desto besser für Ihre Haltung. Seit Kurzem gibt es für Vielspieler eine ganz neue, innovative Klavierbank, die mithilfe einer Klavierlehrerin entwickelt wurde. Sie bringt nach eigener Aussage der Produktentwicklerin

Bewegung ins Sitzen, Entspannung in die Rückenmuskulatur, Wohlbefinden in den Körper, Freude und Leichtigkeit ins Spiel!

 

Fazit

Stellen Sie Ihre persönlichen Kriterien für Sitzpolster der verschiedenen Klavierbänke zunächst nach ergonomischen, dann nach spieltechnischen und erst zuletzt nach geschmacklichen Gesichtspunkten zusammen.


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