Was ist ein Taktell?

Ein Taktell dient als Taktgeber. Es gibt das Tempo eines Musikstücks vor und unterstützt dadurch den Musiker, in einer angegebenen Geschwindigkeit gleichmäßig zu spielen. Dabei sendet das Taktell akustische oder optische Signale. Das Gerät ist besser bekannt als Metronom.
 

Die Maßeinheit, in der das Tempo gemessen wird, heißt bpm (beats per minute), zu deutsch: Schläge pro Minute. Diese Angabe findet sich bei vielen Stücken in Klammern hinter der italienischen Tempobezeichnung.

 

Notierung fuer Taktell
Manche Partituren zum Beispiel von Beethoven oder Schumann geben das Tempo in der historischen Notierung MM (Mälzels Metronom) an.
Notierung für Taktell nach Maelzel
In jedem Fall legen diese Angaben fest, welche Werte auf dem Taktell einzustellen sind.
 

Bei Vierteltakten wie 4/4, 3/4 oder 2/4 entspricht eine Viertelnote einer Zählzeit (oder einem beat).
 

Bei zusammengesetzten Takten wie etwa 6/8 kommem drei Achtel einer Zählzeit gleich.
 
Für gewöhnlich lassen sich Taktelle in drei Gruppen einteilen:
 

          • Mechanische
          • Elektronische
          • Apps

 

Das mechanische Taktell

Wenn Sie nostalgisch veranlagt sind, fällt Ihre Wahl vermutlich auf das klassische Taktell. Es erinnert an eine Pyramide. Die herausnehmbare Tür bewahrt das Pendel vor Beschädigungen, wenn es ruht. Am rechten Gehäuserand befindet sich ein Schlüssel, mit dessen Hilfe die Feder aufgezogen wird. Die gewünschte Geschwindigkeit kann stufenlos eingestellt werden. Taktelle sind sowohl aus Kunststoff als auch in Holzoptik oder aus Holz erhältlich.
 
Expertentipp:
Ziehen Sie Ihr Taktell erst kurz vor Gebrauch auf. Bewahren Sie es auf keinen Fall mit voll aufgezogener Feder auf. So verlängern Sie die Lebensdauer Ihres Taktells.
 

Das elektronische Taktell

Während das mechanische Taktell ein Pendel und eine Feder einsetzt, um das Taktsignal zu erzeugen, setzt das elektronische Taktell auf Batterien. Elektronische Taktelle gibt es in vielen unterschiedlichen Größen. Manche haben gleich ein Stimmgerät eingebaut, das Sie als Klavierspieler allerdings nicht benötigen.
 
Ich habe mich vor vielen Jahren für dieses elektronische Taktell entschieden und habe es bis heute nicht bereut.
Taktell Wittner QM2
 
Für mich bietet das QM2 folgende Vorteile:
 

          • einen angenehmen Ton.
          • ein exaktes optisches Signal.
          • benötigt wenig Platz.
          • läuft immer noch mit der ersten (!) Batterie.

 
Expertentipp:
Manche elektronischen Taktelle können nicht stufenlos verstellt werden. Die Einteilung erfolgt in Zweier- bis Viererschritten.
 

Die Metronom App

Wem mechanische und elektronische Metronome zu unpraktisch erscheinen, der kann sich seit einigen Jahren auch eine Metronom App auf sein Smartphone bzw. sein iPhone laden. In den kostenlosen Versionen sind alle Grundfunktionen wie Einstellen unterschiedlicher Beats, Ausgabe akustischer und optischer Signale enthalten. Zusatzfunktionen wie Blitzlicht- und Vibrationsmodus bzw. Auswahl weiterer Klänge sind in manchen Apps in sogenannten Pro-Versionen verfügbar, die in den einschlägigen App-Stores angeboten werden.
 

Fazit

Kein Musiker sollte auf ein Taktell verzichten. Es ermöglicht ein langsames, allmähliches Einstudieren selbst schwieriger rhythmischer Kompositionen und unterstützt den Spieler beim Aufbau eines „takt-vollen“ Repertoires.


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