Warum sollte man mit einem Metronom üben?

Die größte Herausforderung beim Einstudieren eines Instruments liegt darin, das vorgegebene Tempo über das gesamte Stück präzise zu halten. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Warum mit einem Metronom üben dabei hilft, hat verschiedene Gründe, denen wir jetzt auf den Grund gehen.
 

Warum sollte ein Anfänger mit einem Metronom üben?

Das subjektive Empfinden eines gleichmäßigen Spiels hat oft nichts mit den vorgegebenen Tempi zu tun. Jeder Klavierspieler kennt das Phänomen: Manche Stellen gehen einem ganz leicht von der Hand, andere Passagen geben Rätsel auf und führen unweigerlich zur Verlangsamung der Anschläge. Klavierlehrer halten ihre Schüler daher dazu an, Tonleitern zu üben. Der Schüler beschränkt sich zunächst auf eine Oktave und hat genug Kapazität, dem Metronom zu folgen, da er nicht durch virtuose Partituren abgelenkt ist. Ziel dieser Übung ist es, den Ton in genau dem Moment zu spielen, in dem das Metronom ihn vorgibt.
 
Auf diese Weise schult das Metronom das Gehör des Schülers und fördert die Koordination zwischen Hören und Tastenanschlag. Es hat sich bewährt, mit 60 bis 70 bpm (Schläge pro Minute) zu starten. Diese Schlagzahl entspricht dem menschlichen Ruhepuls. Daher erscheint sie uns ganz natürlich. Sobald die Übung „im Schlaf“ funktioniert, wird die Taktfrequenz erhöht. Dadurch steigert der Schüler die Spielgeschwindigkeit immer weiter, bis er im gewünschten Tempo angekommen ist.
 

Warum sollte ein Profi mit einem Metronom üben?

Je erfahrener der Klavierspieler wird, umso mehr Grenzen testet er aus. Im Falle des Profis oder Virtuosen geht es weniger darum, gleichmäßige Tempi zu spielen oder Tempi zu erhöhen, als vielmehr darum, ein bestimmtes Tempo nicht zu überschreiten.
 
Johann Joachim Quantz, Hofkomponist Friedrichs des II, gibt das musikalische Maximaltempo mit 640 Tönen pro Minute, also 10 2/3 Tönen pro Sekunde, an. Damit bewegt sich ein Tempo fast am Limit des Auflösungsvermögens menschlicher Ohren. Denn die sind nicht in der Lage, mehr als 12 Töne pro Sekunde sauber voneinander zu trennen. Der Grenzwert liegt zwar bei 20 Tönen, doch Einschwingen, Abklingen und Nachhalldauer bewirken eine Klangverwischung, durch die lediglich eine Geräuschvermehrung entsteht. Als Folge daraus führen zu schnelle Tonfolgen zu einer Umstellung der Töne. Die Töne werden dann in einer anderen Reihenfolge wahrgenommen, als sie gespielt wurden.
 

Fazit

Warum mit einem Metronom üben schneller zum Ergebnis führt, liegt daran, dass sowohl die Motorik der Finger als auch das Gehör sowie das Zusammenspiel zwischen Fingern und Gehör geschult werden.


Für diesen Beitrag sind die Kommentare geschlossen.