Wann wurde das Metronom erfunden?

Die Frage, wann das Metronom erfunden wurde, lässt sich nicht eindeutig mit einem bestimmten Datum beantworten. Im Jahre 1676 erwähnte der englische Musiker Thomas Mace erstmalig die Idee eines Fadenpendelmetronoms, um ein genaues Tempo beim Musizieren einhalten zu können.
 

Zwanzig Jahre später, 1696, beschrieb der Pariser Kapellmeister Étienne Loulié den Aufbau eines Fadenpendelmetronoms. Vielmehr gibt der Zeitgeist des ausgehenden achtzehnten Jahrhunderts Auskunft darüber, ab wann das uns heute noch bekannte Metronom erfunden wurde.
 

Die Wiener Klassik

Die bekanntesten Vertreter dieser Epoche sind zweifelsohne Mozart und Haydn. Sie bedienten sich der damals üblichen „Grammatik“ des Notenschreibens. Diese bestand im Festlegen
 

          • der gewünschten Taktart (z. B. 4/4, 3/4)
          •  

          • der Harmonie (z. B. Cis-Dur, a-Moll)
          •  

          • der Tonhöhe (Bass- oder Violinenschlüssel)
          •  

          • des Rhythmus durch Notierung der einzelnen Notenwerte (z. B. Halbe, Ganze, Viertel, Achtel, Sechzehntel etc.)
          •  

          • der Instrumentierung (bei Orchesterwerken)
          •  

          • der Lautstärke durch Angabe der Vortragsbezeichnung (Piano, Forte etc.) und
          •  

          • des Tempos (z. B. Adagio, Moderato, Presto)
          •  

 
Letzteres wurde von Komponisten bis zur Wiener Klassik durch damals übliche Tempobezeichnungen notiert. Die Vortragenden kannten die Tempovariationen ihrer Zeit. Sie wurden von Vater zum Sohn weitergegeben. Eine exakt messbare Beschreibung des Tempos erfolgte damit nicht.
 

Ausgerechnet Beethoven, seines Zeichens Schüler von Haydn und Mozart, soll einen Taktmesser in Auftrag gegeben haben. Es war die Zeit der Erfindungen. Die Welt stand kurz vor dem Beginn der industriellen Revolution.
 

Wann hat Mälzel das Metronom erfunden ?

Anfang des 19. Jahrhunderts arbeiteten der Orgelmechaniker Dietrich Nikolaus Winkel sowie Johann Nepomuk Mälzel, der durch die Entwicklung eines Hörgeräts für Beethoven bekannt geworden war, unabhängig voneinander an Taktgebern.
 

Winkel setzte in seiner Konstruktion auf ein Pendel mit zwei Gewichten. Er traf sich 1815 mit Mälzel in Amsterdam und bat ihn um Hilfe beim weiteren Ausbau.
 

Mälzel erweiterte Winkels Konstruktion um eine Skala, die die bis dato üblichen italienischen Tempobezeichnungen in Schläge pro Minute einteilte, und machte Winkels Idee so erst einsatzfähig. Am 5. Dezember 1815 wurde Mälzels Metronom patentiert, ohne Winkel zu erwähnen.
 

Fazit

Ein genaues Datum, wann das Metronom erfunden wurde, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Grundsätzlich taucht aber in diesem Zusammenhang immer wieder der 5. 12. 1815 auf, also der Tag, an dem Mälzel die von ihm weiterentwickelte Erfindung Winkels zum Patent anmeldete.


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