Klavierbank mit Notenfach? - Welche Bank für welchen Anlass

Der Variantenreichtum bei Klavierbänken scheint grenzenlos. Sie kommen auf vier oder zwei Beinen, aus Holz oder Stahl, höhenverstellbar oder fest montiert daher. Das Farbspektrum der Sitzpolster steht dem Reichtum an verfügbaren Preisklassen in nichts nach – so scheint es zumindest. Ob eine Klavierbank mit Notenfach ausgestattet sein sollte oder eine Doppelbank sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab. Grundsätzlich können die unterschiedlichen Modelle in folgende Gruppen eingeteilt werden:
 

          • Für den Hausgebrauch
          • Für den Unterricht
          • Für Pianisten
          • Für den mobilen Einsatz
          • Mit Sonderfunktion

 
In jedem Fall ist der Kauf einer Klavierbank immer von sehr persönlichen Vorlieben und Empfindungen geprägt.
 

Für den Hausgebrauch

Sie spielen hin und wieder mal? Sitzen vielleicht drei oder vier Mal pro Woche für eine Stunde am Klavier? Dann gehören Sie zur großen Gruppe derjenigen, die sich aus purer Lebensfreude in unregelmäßigen Abständen ihrem Hobby widmen. Auch wenn außer Ihnen sonst niemand ihre Klavierbank benutzt, sollten Sie auf eine höhenverstellbare Sitzgelegenheit achten. Eine Bank im unteren Preissegment kann Ihnen aber dennoch gute Dienste leisten.
 
Ob Ihnen mit einem Ledersitz besser gedient ist als mit einer Stoffauflage, hängt von Ihrem Geschmack, aber auch von den häuslichen Gegebenheiten ab: In einem Haushalt mit Kleinkindern oder Haustieren setzen Sie sicher eher auf pflegeleichtes Kunstleder.
 

Für den Unterricht

Im Klavierunterricht und in Musikschulen wechseln die Spieler im Stundenrhythmus. Die Sitzauflage sollte daher unempfindlich, aber trotzdem bequem sein. Die Klavierbank muss sich im Sitzen mühelos in der Höhe verstellen lassen. All diese Anforderungen erfüllen hydraulisch verstellbare Bänke mit Kunstlederbezug, die im Bereich von 100 bis 300 € zu finden sind.
 

Für Pianisten

Sobald Sie täglich mehr als eine Stunde spielen, sollten Sie auf größtmöglichen Sitzkomfort achten. Pianisten, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, und täglich stundenlang vor und mit ihrem Instrument verbringen, sind mit ergonomischen Sitzen bestens beraten. Je nach Modell können diese ab 250,00 € kosten – Ende nach oben offen.
 

Für den mobilen Einsatz

Wer nicht viel Platz in der Wohnung hat oder seine Klavierbank mit auf Reisen nehmen möchte, wird sich für ein klappbares Modell entscheiden. Diese sogenannten Keyboardbänke verfügen über einen einklappbaren Scherenmechanismus. Überdies sind sie unschlagbar günstig zwischen 12,00 und 60,00 € zu haben. Allerdings fehlt ihnen der feste Stand. Ob ein entspanntes Sitzen und Spielen so möglich ist, sollten Sie in einem Fachgeschäft ausprobieren.
 

Mit Sonderfunktion – Klavierbank mit Notenfach

Neben den oben beschriebenen Bänken verfügen eine Reihe von Modellen über Sonderfunktionen. Eine Klavierbank mit Notenfach erlaubt Ihnen, Ihre Lieblingsnoten immer griffbereit zu haben. Auf einer Doppelbank lässt sich vierhändig musizieren. Und die Konzertbank ist auf der Bühne zu Hause.
 
Klavierbank mit Notenfach
Sowohl Klavierbänke mit vier Beinen als auch hydraulisch verstellbare Bänke, die lediglich auf zwei Füßen stehen, können mit Notenfach ausgestattet sein. Bei Bänken mit Gasdruckfeder bzw. Kurbelmechanik befindet sich das Notenfach zwischen den Standsäulen. So können Sie jederzeit im Sitzen auf Ihre Lieblingsnoten zugreifen.
 

Alle vierbeinigen Bänke bringen das Notenfach unterhalb der Sitzfläche unter. Je größer also die Sitzfläche, desto geräumiger das Notenfach. Die Höhe beträgt in der Regel 3 bis 4 cm und bietet Platz für die wichtigsten Klavierpartituren, aber auch nicht mehr! Außerdem müssen Sie aufstehen, das Fach öffnen, die Noten entnehmen und das Fach wieder schließen, um mit anderen Noten weiterzuspielen. Achten Sie daher unbedingt auf hochwertige Scharniere. Bedenken Sie auch die Verarbeitung der Scharniere: Nichts ist unschöner, als unsauber montierte silberne oder goldene Scharniere am Rand der Sitzfläche durchschimmern zu sehen. Zu guter Letzt dürfen Sie die Höhe des Notenfachs bei der Berechnung der optimalen Spielhöhe nicht außer Acht lassen. Sofern Ihre Körpergröße jenseits der 170 Zentimeter liegt, sollte die niedrigste Höhenverstellung bei 50 Zentimetern beginnen, damit Sie später nicht zu hoch am Klavier sitzen.
 

Doppelbank
Sofern Sie vierhändig musizieren, kann eine Doppelbank gute Dienste leisten. Doppelbänke gibt es mit durchgängigen oder einzeln verstellbaren Sitzpolstern. Um eine einheitliche Höhe zu erreichen, ist eine Bank mit einer großen Sitzfläche unverzichtbar. Wenn Sie allerdings gemeinsam mit Ihrem Kind spielen, müssen Sie möglicherweise Ihren Sitz anders einstellen, als den des Nachwuchs. Für diesen Fall bietet sich die Bank mit getrennter Höhenverstellung an. Vergessen Sie nicht, das Gewicht beider Spieler zu ermitteln. Dann prüfen Sie, für welche Last die Bank ausgelegt ist.
 

Flügelbänke, Konzertbänke
Eine stabile komfortable Mechanik zur Höhenverstellung, ein großes bequemes Sitzpolster, ein fester Stand und eine edle Erscheinung zeichnen Flügelbänke, auch Konzertbänke genannt, aus. Sie bewegen sich im oberen Preissegment und wurden für Bühnenauftritte konzipiert. Sie sind mit achteckigen, geraden und runden Beinen erhältlich oder im Stil der Chippendale-Ära. Sitzkomfort für den Pianisten und Außenwirkung müssen bei Konzertbänken Hand in Hand gehen. Der Look muss zum Instrument passen, um die Einheit aus Spieler, Klavier und Sitz nicht zu stören.
 

Fazit

Eine Klavierbank mit Notenfach stellt eine von vielen Kombinationsmöglichkeiten dar. Machen Sie sich am besten eine Liste Ihrer ganz persönlichen Anforderungen. Dann bringen sie diese in eine gewichtete Reihenfolge von höchster zu niedrigster Priorität, um Ihrer Bank so nahe wie möglich zu kommen.


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